Schwertransporte machen große Sorgen (LZ vom 23.10.10)

Biogasanlage in Extertal bringt nach Meinung der Anlieger weitere 4000 Fahrzeuge auf die Straßen (Von Wolf Scherzer)

Auf dem Hof Büchter in Linderhofe gibt es bereits eine Biogasanlage. Eine dreifach größere ist in direkter Nachbarschaft in Planung - und die Proteste der Anlieger werden lauter.

Extertal-Linderhofe. Bekanntlich treten die Extertaler Landwirte Tölle, Kehmeier, Hiddessen, Nölting und Büchter als Betreiber der am „Steinegger Weg" geplanten 1,4-Megawatt-Anlage auf. Für diese sind Ende September im Rat die Weichen gestellt worden - vorausgesetzt, die Bezirksregierung gibt grünes Licht. Und an die haben sich jetzt die Anlieger aus Linderbruch und der Steinegge gewandt. In einem vom 11. Oktober datierten Schreiben heißt es: „Wir sind strikt dagegen." Warum, das haben Gerhard Ridderbusch, Helga Reker, Mechthild Hensellek, Heinrich Winter, Antje Stüber und Valeska Sommer diese Woche im LZ-Gespräch deutlich gemacht. Ihnen und den weiteren etwa 60 Personen, die sich mit ihrer Unterschrift dem Protest angeschlossen haben (laut Ridderbusch sind es 95 Prozent der Anlieger) geht es in erster Linie um das zu erwartende Verkehrsaufkommen. Um die derzeitige Anlage zu beschicken, würden etwa 12 000 Kubikmeter Biomasse pro Jahr benötigt, die 800 Fahrzeugbewegungen verursache. Für die neue Biogasanlage seien zusätzlich etwa 22 000 Kubikmeter Mais, Grünroggen und Gras nötig, dann kämen weitere 4000 Fahrzeuge auf die Straßen. Was das für die Anlieger bedeutet, wird seit Montag dieser Woche besonders deutlich, denn auf allen Zufahrtstraßen zur Steinegge sind die mit Mais beladenen Fahrzeuge unterwegs. Ridderbusch hat eigenen Angaben nach „in fünf Stunden 92" gezählt. Sämtliche Fahrten, so heißt es in dem Schreiben an die Bezirksregierung, würden hauptsächlich über die Extertal-, die Sternberger und die Linderbrucher Straße in den einspurigen „Steinegger Weg" führen, der nicht für solche Fahrzeuge ausgelegt sei. Ferner sei die Verkehrssicherheit auf der Linderbrucher Straße nicht mehr gegeben, verweisen die Anlieger auf einen nicht vorhandenen Fußweg und besonders die Schulbushaltestelle. Auf Kritik stößt auch der Inhalt eines Schreibens der Landwirte vom 5. September an das Ministerium in Düsseldorf, das in der Ratssitzung am 28. September verlesen wurde. Darin sei der Landesregierung mitgeteilt worden, dass das Kritikpotenzial der Anwohner sehr gering sei: „Das entspricht nicht den Tatsachen. Mit uns hat niemand gesprochen."
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Eine enge Angelegenheit: Wer derzeit auf den zumeist schmalen und zur Biogasanlage am „Steinegger Weg" führenden Straßen einem solchen landwirtschaftlichen Gefährt begegnet, ist gut beraten, so weit wie möglich an die Seite zu fahren. Foto: Scherzer
Vergärung sorgt für Energie

Biogas ist ein brennbares Gas, welches durch Vergärung von Biomasse jeder Art hergestellt wird. In Biogasanlagen können sowohl organische Abfälle als auch - für die Umwelt etwas problematischer - speziell dafür produzierte Energiepflanzen vergoren werden. Das Gas kann zur Erzeugung von elektrischer Energie oder zum Betrieb von Fahrzeugen eingesetzt werden. Für die Verwertung von Biogas ist der Methananteil am wichtigsten, da seine Verbrennung Energie freisetzt. Als Ausgangsstoffe eignen sich in erster Linie vergärbare, biomassehaltige Reststoffe wie Klärschlamm, Bioabfall oder Speisereste, Wirtschaftsdünger (Gülle, Mist), Pflanzen oder auch gezielt angebaute nachwachsende Rohstoffe. (Quelle: Wikipedia)

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