Rosige Aussichten für das untere Extertal (LZ vom 16.11.11)
Kindergärten Almena und Silixen sind jetzt ein Familienzentrum (Von Manuela Schürstedt)„Dies ist ein Modell, das in anderen kleinen Ortschaften Schule machen könnte", sagen die Verantwortlichen. In Extertal bilden jetzt zwei Kindergärten gemeinsam ein Familienzentrum.
Extertal-Almena/Silixen. Als weitere Besonderheit kommt hinzu, dass die Einrichtungen in unterschiedlicher Trägerschaft betrieben werden. Seit dem 1. Oktober dürfen der evangelische Kindergarten „Arche" in Silixen und die kommunale Kindertagesstätte in Almena das Gütesiegel „NRW-Familienzentrum" führen - zunächst befristet auf vier Jahre. Weil der Begriff „Familienzentrum", so KiTa-Leiterin Bärbel Bünte, einem stetigen Entwicklungsprozess unterlegen ist und die derzeit 94 Bewertungskriterien laufend angepasst werden, erhalten alle Familienzentren eine befristete Zertifizierung.
Anders als das DRK-Familienzentrum in Bösingfeld, das sich derzeit auf die Re-Zertifizierung in 2012 vorbereitet und auf ein breites, eigenes Angebotsspektrum zurückgreifen kann, ging es in Almena und Silixen zunächst darum, geeignete Kooperationspartner zu finden. Babytreff, Spielkreise und Sportangebote wollen betreut und fachgerecht geleitet werden - alles im Rahmen des bestehenden Personalbestandes und überwiegend außerhalb der 7 bis 16 Uhr-KiTa-Öffnungszeiten.
In Kooperation mit den örtlichen Sportvereinen, dem Jugendamt, der evangelischen Kirche, Büchereien, der Lebenshilfe Lemgo sowie Kinderärzten und Logopäden haben beide Einrichtungen ein Programm für Eltern und Kinder aufgestellt, das Familien besonders unterstützen und Kinder individuell fördern kann. Eltern können sich treffen und austauschen. Etliche Gruppen sind bereits an beiden Standorten eingerichtet worden.
Mit der Zertifizierung zum 1. Oktober ist das abgeschlossen, was Bärbel Bünte „eine harte Zeit" nennt. Im laufenden Betrieb mit der Betreuung von 76 Kindern in Almena und 73 Kindern in Silixen waren die KiTa-Leitung und die insgesamt 25 Erzieher mit dem Projekt Familienzentrum stark gefordert. Als Dank für den Einsatz gab es anlässlich einer Feierstunde am Montag dieser Woche jeweils eine Rose für alle Mitarbeiter von Pastor Michael Stadermann und Spielzeug für die Kinder von Bürgermeister Hans Hoppenberg überreicht.
Einrichtungen haben die ganze Familie im Blick
Nach der DRK-Einrichtung in Bösingfeld, die 2008 zertifiziert wurde, kann nun auch das Untere Extertal Kindern und Familien das umfassende Angebotsspektrum eines Familienzentrums bieten. Was sind die Ziele? Familienzentren sollen neben der Betreuung der Kinder die ganze Familie im Blick haben. Sie sollen verlässliche Anlaufstellen im Alltag sein und mit passenden Angeboten die Vereinbarung von Familie und Beruf erleichtern. Im Sommer 2006 hatte sich die Landesregierung Nordrhein-Westfalen zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2012 insgesamt 3000 Familienzentren zu schaffen. (afs)






