Projekt mit Vorbildcharakter (NA Mai 09)

Neue Brücke in Nalhof offiziell in Betrieb / Enorme Eigenleistung der Dorfgemeinschaft Projekt mit Vorbildcharakter

Extertal-Nalhof (na). Mit einer „öffentlichen Helferfete“ hat jetzt die Dorfgemeinschaft Nalhof die neue Exter-Brücke am unteren Stegweg offiziell in Betrieb genommen. Damit können die Nalhofer wieder ihre gewohnte „Dorfrunde“ drehen. Der alte Steg am Fußweg im Unterdorf wurde bei einer gemeindeweiten Brückenuntersuchung vor zwei Jahren von einem Gutachter als „abgängig“ erklärt. Die Nalhofer waren da anderer Meinung und nutzten den schmalen Betonsteg trotz Absperrung weiter, sodass die Gemeinde die Brücke letztlich aus versicherungstechnischen Gründen abreißen ließ. Da war guter Rat teuer und es bedurfte einiger „Zufälle“, bevor das Projekt „neue Brücke“ ins Rollen kam. Klar war, dass es nur mit Eigenleistung der Nalhofer gehen konnte - und entsprechender finanzieller Unterstützung seitens der Gemeinde. Dass beides schnell zusammen gebracht werden konnte, ist vor allem Ratsmitglied Joachim Bode zu verdanken, der sich in besonderer Weise für dieses Projekt einsetzte. Nachdem die „bürokratischen und politischen Hürden“ problemlos genommen waren, demonstrierten die Nalhofer höchst eindrucksvoll, was eine intakte Gemeinschaft zu leisten imstande ist. In Rekordzeit wurde das Brückenbauwerk fertiggestellt. Fundamente gießen, Eisenträger aufbringen, Betonieren, Geländer anschweißen und streichen, das alles war in knapp zwei Wochen erledigt - inklusive der gründlichen Instandsetzung des gesamten Weges. Diese außergewöhnliche ehrenamtliche Leistung vieler Nalhofer/innen wurde in hervorragender Weise von „Baumeister“ Werner Rubart koordiniert, der seine bis zu 30 Helfer/innen optimal einsetzte und stets die treibende Kraft bei der Baumaßnahme war. Vorbildliche Unterstützung erfuhr er dabei von Dipl.-Ing. Andreas Bradler, der das Projekt seitens der Gemeinde Extertal betreute. Diese beiden hob Bürgermeister Hans Hoppenberg denn auch in seinen Grußworten besonders hervor, sprach aber auch allen anderen Beteiligten großen Dank von Rat und Verwaltung aus. Solche „Bürgerprojekte“ hätten gerade in Zeiten knapper Kassen enormen Vorbildcharakter. Und das nicht nur in finanzieller Hinsicht. Die einfache aber sehr solide Bauweise könne durchaus auf andere Brückenprojekte in Extertal angewendet werden, entsprechende Eigenleistung der jeweiligen „Bauherren“ vorausgesetzt. Rund 5.000 Euro betrugen die Materialkosten für die neue Nalhofer Brücke (inklusive Instandsetzung des Weges). Die Eigenleistung ist „in Euro“ sicherlich um ein mehrfaches höher anzusetzen. Was jetzt nur noch fehlt, ist ein Name für den wunderschönen mit Weiden gesäumten Weg. „Unterer Stegweg“, „Alter Kirchweg“, oder „Weidenweg“ wurden mehr oder weniger verworfen. Die nicht ganz ernst gemeinte Bezeichnung „Partisanensteg“ ist nur für Eingeweihte nachvollziehbar, zeugt aber vom Humor der Nalfofer. Wem also ein schöner Name für Weg und Brücke einfällt, wende sich an Werner Rubart.

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