Nur eine Frau setzt sich durch (LZ vom 04.04.11)
Kerstin Vieregge im CDU-Parteivorstand - Birgit Tornau scheitert (Von Michael Dahl)Die Vorsitzende der lippischen Frauenunion, Birgit Tornau, ist nicht mehr stellvertretende Vorsitzende des CDU-Kreisverbandes. Sie unterlag beim Parteitag in Bad Meinberg ihren drei Mitbewerbern.
Horn-Bad Meinberg. Ursprünglich hatten, wie berichtet, neben Tornau (Barntrup) nur die Extertaler Gemeindeverbandsvorsitzende Kerstin Vieregge und der Salzufler CDU-Chef Volker Heuwinkel für die drei Stellvertreterpositionen kandidiert. Unmittelbar vor der Abstimmung war überraschend der Lügder Parteivorsitzende Dr. Christian Tennie nominiert worden, der dann bei der Abstimmung 68 Stimmen auf sich vereinigen konnte - fünf mehr als Tornau. Mit jeweils 88 Kreuzchen lagen Vieregge, die erstmalig in den Kreisvorstand einzog, und Volker Heuwinkel in der Gunst der 123 Delegierten klar vorn.
Tornau zeigte sich anschließend keineswegs enttäuscht. Wer für ein Amt kandidiere, müsse auch damit rechnen, nicht gewählt zu werden, meinte sie, das sei ein ganz normaler demokratischer Vorgang.Zuvor hatte der CDU-Kreisvorsitzende und -Bundestagsabgeordnete Cajus Caesar (Kalletal) ein paar Federn lasen müssen. Immerhin rund 20 Prozent der Anwesenden verweigerten die Zustimmung zur Wiederwahl. Ein Traumergebnis erzielte Schatzmeister Rainer Krüger (Lemgo), der lediglich zwei Gegenstimmen bekam.
In seinem Geschäftsbericht stellte Caesar noch einmal klar, dass es für die CDU einen Nationalpark „nur mit den Eigentümern geben" werde. Sage jemand nein, bleibe seine Fläche außen vor. Außerdem sieht der Parteivorsitzende das Land bei der Finanzierung in der alleinigen Verantwortung.
Caesar sprach sich im weiteren für eine stärkere Beteiligung der Bürger an der Planung, aber auch an den Vorteilen von Windenergie- oder Biogasanlagen aus. Nur so könne eine höhere Akzeptanz für derartige Projekte erreicht werden. Nachdrücklich unterstützte er die Energiepolitik der Bundesregierung. Atomenergie ist für Caesar eine, so wörtlich, „Auslauftechnologie".
Scharf kritisierte der CDU-Chef das vorläufige Scheitern der Planung für ein Universitätsklinikum Ostwestfalen-Lippe. Offensichtlich habe das Land wenig übrig für die Region.
Jens Gnisa, Vorsitzender des Stadtverbandes Horn-Bad Meinberg, forderte in einem Grußwort seine Parteifreunde auf, offensiver auf die Bürger zuzugehen. Als Mitglied einer so genannten Strukturkommission kündigte er an, dass diese vorschlagen werde, auf künftigen Parteitagen mehr an Sachthemen zu arbeiten.






